Schicksale

Die Erinnerung lebt.

Die Nachfahren der Überlebenden erzählen.

Video abspielen

Die Geschichte des Hugo Höllenreiner

Hugo Höllenreiner wurde 1933 in München geboren und wuchs in familiär behüteten Verhältnissen auf. Sein Vater betrieb ein Fuhrgeschäft und war auch im Pferdehandel tätig. Bis 1943, das Jahr in dem er mit seinen Eltern und fünf Geschwistern nach Auschwitz deportiert wurde, verlief sein Leben wie das vieler anderer Jungs. Dann wurde alles anders….

Video abspielen

Widerstand der Sinti und Roma im KZ Auschwitz-Birkenau

Im Mai 1944 sollte das sogenannte „Zigeunerlager“ mit seinen 6000 Inhaftierten liquidiert werden. Am Abend des 16. Mai ergingen seitens der KZ-Leitung entsprechende Anweisungen. Die Insassen waren jedoch vorgewarnt und vorbereitet. Viele Häftlinge, darunter auch ehemalige Wehrmachtssoldaten, hatten sich mit Stöcken sowie mit Schaufeln und Messern, die sie aus Blech geschliffen hatten, bewaffnet und sich in ihren Baracken verbarrikadiert.

Video abspielen

Die Geschichte der Rosa Mettbach

Rosa Mettbach war eine Kämpferin, die nie aufgegeben hat. Mehrere Fluchtversuche misslingen, aber sie lässt sich nicht brechen und unterkriegen. Ihr Lebenswille und die Liebe zu ihrem Kind sind stärker.

Video abspielen

Die Geschichte des Mano Höllenreiner

Mano Höllenreiner kommt mit seinem Cousin Hugo als 9-Jähriger ins KZ Auschwitz-Birkenau. Was er dort erlebt, wird er nie wieder vergessen. Er muss Leichen stapeln und mit ansehen, wie viele Familienangehörige und Freunde ihr Leben verlieren. Auch nach dem Krieg geht sein Leidensweg weiter, denn er kommt nicht nach Hause zu seinen Eltern.

Die Geschichte des Josef Maria Schneck

Josef Maria Schneck verhungert, vom Steine schleppen entkräftet, im Januar des Jahres 1944, da ist er gerade 13 Jahre alt. Fast ein Jahr lang hatten ihn die Nationalsozialisten mit seinen vier Geschwistern, seinen Eltern und seiner kleinen Nichte im Lager Auschwitz-Birkenau gequält. Die Familie musste schwer arbeiten und in Baracken schlafen, die gebaut waren wie Pferdeställe. Die wenigen Toiletten teilten sich bis zu 1000 Menschen pro Gebäude. Zu essen gab es lediglich dünne Suppen. Und irgendwann konnte Josef Maria nicht mehr.
Die Schnecks sind eine katholische Familie aus Baden gewesen. Der Familienvater hatte mit Antiquitäten und Musikinstrumenten gehandelt. 1937 zog die Familie nach München.“ (vgl. SZ vom 21.03.2019)

Die Geschichte der Elisabeth Guttenberger

Elisabeth Guttenberger stammt aus einer Stuttgarter Sinti-Familie. Gemeinsam mit ihren drei Geschwistern verbringt sie eine behütete Kindheit. Der Vater handelt mit Streichinstrumenten und Antiquitäten, 1936 zieht die Familie nach München. Die „Nürnberger Rassengesetze“ verändern auch das Schicksal der Familie Guttenberger entscheidend. Obwohl Elisabeth Guttenberger eine überdurchschnittliche Schülerin ist, darf sie im Anschluss an die Volksschule keine weiterführende Schule besuchen. Auch eine Lehrstelle in einer Konditorei muss sie nach kurzer Zeit wieder aufgeben. Anschließend wird sie zur Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik verpflichtet. Elisabeth Guttenberger wird im März 1943 zusammen mit ihrer Familie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach einem halben Jahr kommt sie in die Häftlingsschreibstube. Dort muss sie das „Hauptbuch“, ein Register für sämtliche in das Lager eingelieferte Männer des „Zigeunerlagers“, führen. Diese Bücher werden später zum Zeugnis des tausendfachen Mordes an den Sinti und Roma. Elisabeth Guttenberger kann das Kriegsende überleben. Mehr als 30 ihrer Verwandten werden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet. (vgl. GDW Berlin)

Die Geschichte der Adelheid Bamberger

Adelheid Bamberger war Arbeiterin und lebte mit ihrer Familie sowie den Kindern Sylvia und Adolf in München. Ein Teil der Verwandten wurde von der SS bereits 1941/42 in verschiedenen Konzentrationslagern festgehalten. Ihr Bruder Wilhelm Bamberger sowie ihr Schwager kamen dort 1942 gewaltsam ums Leben. Der Bruder Hans Bamberger musste jahrelang Zwangsarbeit im KZ Dachau verrichten.

Im März 1943 wurde Adelheid Bamberger zusammen mit ihren Kindern und weiteren Angehörigen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sowohl die Transport- als auch die Lagerbedingungen waren in jeder Hinsicht unmenschlich. Nur kurze Zeit nach der Ankunft im Lager starben die noch nicht einjährige Tochter Sylvia und der zweijährige Sohn Adolf vermutlich an Folgen der unzureichenden Versorgung. Im Juli 1943 kam auch ihr Vater Robert Bamberger im KZ Auschwitz-Birkenau ums Leben.

Adelheid Bamberger wurde im April 1944 ins KZ Ravensbrück transportiert und wenig später nacheinander in verschiedene KZ-Außenlager zur Zwangsarbeit gebracht. In den Außenlagern Schlieben, Altenburg und Taucha, die ab Sommer 1944 zum KZ Buchenwald gehörten, musste sie für die Rüstungsindustrie arbeiten. In Altenburg wurden Panzerfäuste und Granatmunition hergestellt. Insbesondere aus rassistischen Motiven verfolgte Häftlinge wurden für die extrem gesundheitsgefährdende Arbeit der Zubereitung und des Abfüllens von Sprengstoff herangezogen. Taucha war das Außenlager des KZ-Komplexes Buchenwald mit den meisten Häftlingsfrauen, die als „Zigeuner“ verfolgt wurden. In Zwölf-Stundenschichten mussten die Häftlinge Schwerstarbeit leisten.

Zusammen mit ihrer älteren Schwester Anna Reinhardt und 148 weiteren schwerkranken Häftlingen wurde Adelheid Bamberger am 1.3.1945 ins KZ Bergen-Belsen verschleppt. Dort verliert sich ihre Spur. Vermutlich kamen sie und ihre Schwester Anna Reinhardt dort kurz vor der Befreiung gewaltsam ums Leben. (Quelle NS Dokuzentrum)

Die Geschichte der Eugen Lang

Eugen Lang lebte ab Anfang der 1940er Jahre in München. Seine Familie wohnte u.a. in Esslingen. Der gelernte Schneider arbeitete als Hotelangestellter. Er litt schon vor der Deportation unter der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Er wurde überwacht und häufig von der Polizei kontrolliert. Seine Verlobte Theresia, die als „Arierin“ galt, durfte er aufgrund seiner Herkunft nicht heiraten. Im März 1943 wurde er unter katastrophalen Bedingungen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Zwei seiner Brüder hatten einer „freiwilligen“ Sterilisation zustimmen müssen, wodurch ihnen die Deportation erspart blieb.
Im Mai 1944 wurde Eugen Lang als „arbeitsfähig“ eingestuft und kam ins KZ Flossenbürg zum Zwangsarbeitseinsatz, u.a. im Außenlager Hersbruck, wo die Häftlinge für die Untertageproduktion von BMW ein Stollenwerk bauen mussten. Die Arbeit war extrem schwer, zudem litten die Häftlinge unter Hunger, Kälte und der Brutalität der Wachmannschaften. Im Laufe nicht einmal eines Jahres starben im Außenlager Hersbruck etwa 4.000 bis 4.500 Häftlinge.
Als sich die Front näherte, wurden die Häftlinge im April 1945 in das KZ Dachau transportiert. Kurz nach der Ankunft starb Eugen Lang, nur wenige Tage vor der Befreiung des Lagers durch US-Einheiten.
Seine Verlobte musste vor allem aufgrund der fehlenden Heiratsurkunde lange um eine Entschädigung kämpfen. (Quelle NS Dokuzentrum)

Die Geschichte der Alma Höllenreiner

Konrad Höllenreiner heiratete 1927 standesamtlich die Händlerin Alma „Notschga“, geb. Hanstein. Wenige Jahre später zogen sie mit ihren gemeinsamen Kindern Ludwig und Maria nach München, wo die Familie ein Fuhrunternehmen führte. Zwischen 1932 und 1938 wurden die Töchter Anna und Werna sowie der Sohn Johann Baptist geboren. Der Vater wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen, dann aber wie viele Sinti und Roma aufgrund seiner Herkunft aus dem Militär ausgeschlossen. Im März 1943 wurde die Familie und ein Großteil der Verwandtschaft verhaftet, ihr Besitz zugunsten des Staates eingezogen. Wenige Tage später wurden die Höllenreiner ins ‚Zigeunerlager‘ Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Transportbedingungen sowie die Verhältnisse im Lager waren menschenunwürdig. Schon nach kurzer Zeit starb Alma Höllenreiner. Auch die älteste Tochter Maria kam ums Leben.
Im Sommer 1944 wurden Konrad Höllenreiner, die Söhne Ludwig und Johann Baptist sowie die Töchter Anna und Werna ins KZ Ravensbrück verschleppt und dort voneinander getrennt. Im KZ Ravensbrück führten SS-Ärzte an den Sinti und Roma Zwangssterilisationen durch. Tochter Anna starb vermutlich an den Folgen eines solchen Eingriffs. Kurz vor ihrem Tod wurde die gerade einmal 12-Jährige in das nahegelegene „Jugendschutzlager Uckermark“ gebracht, welches die SS ab Ende 1944 als Selektions- und Sterbelager nutze.
Die beiden Jüngsten, Werna und Johann Baptist, wurden mit Verwandten im März 1945 über das KZ Mauthausen ins KZ Bergen-Belsen verschleppt. Der Vater und der älteste Sohn Ludwig Höllenreiner kamen ins KZ Sachsenhausen. Dort meldete sich Konrad Höllenreiner als Kriegsfreiwilliger, da ihm dadurch die Freiheit seiner Familie in Aussicht gestellt wurde. So kam er kurz vor Kriegsende zur SS-Sondereinheit Dirlewanger. Der Sohn Ludwig wurde im April 1945 während eines „Todesmarsches“ von alliierten Truppen befreit. Die 10-jährige Werna starb kurz nach der Befreiung in Bergen-Belsen an den Folgen der KZ-Haft.
Der Vater und die beiden Söhne lebten nach dem Krieg wieder in München. 1947 heiratete Konrad Höllenreiner die Artistin Betty Tine Adam. (Quelle NS Dokuzentrum)

Die Geschichte der Eugen Lang

Eugen Lang lebte ab Anfang der 1940er Jahre in München. Seine Familie wohnte u.a. in Esslingen. Der gelernte Schneider arbeitete als Hotelangestellter. Er litt schon vor der Deportation unter der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Er wurde überwacht und häufig von der Polizei kontrolliert. Seine Verlobte Theresia, die als „Arierin“ galt, durfte er aufgrund seiner Herkunft nicht heiraten. Im März 1943 wurde er unter katastrophalen Bedingungen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Zwei seiner Brüder hatten einer „freiwilligen“ Sterilisation zustimmen müssen, wodurch ihnen die Deportation erspart blieb.
Im Mai 1944 wurde Eugen Lang als „arbeitsfähig“ eingestuft und kam ins KZ Flossenbürg zum Zwangsarbeitseinsatz, u.a. im Außenlager Hersbruck, wo die Häftlinge für die Untertageproduktion von BMW ein Stollenwerk bauen mussten. Die Arbeit war extrem schwer, zudem litten die Häftlinge unter Hunger, Kälte und der Brutalität der Wachmannschaften. Im Laufe nicht einmal eines Jahres starben im Außenlager Hersbruck etwa 4.000 bis 4.500 Häftlinge.
Als sich die Front näherte, wurden die Häftlinge im April 1945 in das KZ Dachau transportiert. Kurz nach der Ankunft starb Eugen Lang, nur wenige Tage vor der Befreiung des Lagers durch US-Einheiten.
Seine Verlobte musste vor allem aufgrund der fehlenden Heiratsurkunde lange um eine Entschädigung kämpfen. (Quelle NS Dokuzentrum)